So nutzen Sie Ihre Airtrack im Garten
Der Rasen im Garten bietet mehr Platz als jedes Wohnzimmer, die Landung fällt weicher aus, und frische Luft gibt es gratis dazu. Kein Wunder, dass viele Familien ihr Turntraining im Sommer nach draußen verlegen. Eine Airtrack ist genau dafür gemacht: in ein bis zwei Minuten aufgepumpt, leicht genug zum Tragen und robust genug für den Einsatz auf dem Rasen. Damit das Material viele Sommer durchhält, kommt es allerdings auf ein paar Details an, die drinnen keine Rolle spielen.
Sonne, Feuchtigkeit und der Untergrund stellen draußen andere Anforderungen als der Wohnzimmerboden. Die gute Nachricht: Mit wenigen Handgriffen haben Sie alle drei im Griff. Der erste Blick gilt dem Boden, auf dem Ihre Airtrack liegen soll.
Welcher Untergrund eignet sich im Garten?
Ein ebener, frisch gemähter Rasen ist der beste Platz für Ihre Airtrack. Das Gras wirkt wie eine zusätzliche Dämpfungsschicht unter der Bahn, und kleine Unebenheiten gleicht die Luftfüllung aus. Bevor Sie die Bahn ausrollen, gehen Sie die Fläche einmal ab und entfernen Sie Steine, Äste und Fallobst - ein spitzer Stein unter der Bahn bohrt sich bei jeder Landung ein Stück tiefer in das Material. Auch versteckte Rasensprenger und Wurzeln sollten Sie kennen, bevor Sie darauf turnen.
Terrasse und Pflaster funktionieren ebenfalls, solange keine scharfen Kanten oder abstehende Fugen unter der Bahn liegen. Auf rauem Beton scheuert die Unterseite bei jedem Sprung ein wenig - hier lohnt sich eine dünne Unterlage, zum Beispiel eine Decke oder eine Bodenmatte. Kies und Schotter sind tabu, egal wie eben die Fläche aussieht. Steht der Platz, geht es an den Luftdruck - und der verhält sich draußen anders, als Sie es von drinnen kennen.
Warum Ihre Airtrack in der Mittagssonne härter wird
Luft dehnt sich bei Wärme aus. In der prallen Sonne heizt sich die Oberfläche Ihrer Airtrack deutlich stärker auf als die Umgebungsluft, und mit ihr die Luft im Inneren. Die Folge: Eine Bahn, die Sie morgens auf den gewohnten Druck aufgepumpt haben, fühlt sich mittags spürbar härter an und federt anders. Für geübte Turner ändert das das Absprungverhalten, für Kinder wird die Landung härter als gewohnt.
Prüfen Sie den Druck deshalb nicht nur beim Aufpumpen, sondern auch nach ein bis zwei Stunden in der Sonne. Fühlt sich die Bahn zu hart an, lassen Sie über das Ventil kurz etwas Luft ab - das dauert wenige Sekunden. Kühlt es am Abend ab, pumpen Sie einfach kurz nach; mit einer elektrischen Pumpe brauchen Sie dafür kaum eine halbe Minute. Die Sonne beeinflusst aber nicht nur den Druck, sondern auf Dauer auch das Material selbst.
Wie viel Sonne verträgt das Material?
Ein Nachmittag in der Sonne macht einer Airtrack nichts aus - dafür ist sie gebaut. Problematisch wird dauerhafte UV-Strahlung über Wochen: Sie lässt Farben verblassen und macht die Oberfläche mit der Zeit spröde, genau wie bei jedem anderen Sportgerät aus beschichtetem Material. Der Unterschied liegt also nicht im Ob, sondern im Wie lange.
Behandeln Sie Ihre Airtrack wie ein Sportgerät, nicht wie ein Gartenmöbel: rausholen, trainieren, danach in den Schatten legen oder einpacken. Soll die Bahn zwischen zwei Einheiten draußen bleiben, reicht schon ein schattiger Platz an der Hauswand oder unter einem Sonnensegel, um die UV-Belastung deutlich zu senken. Und apropos Training: Draußen gibt es eine Gefahr, die in der Halle niemand auf dem Zettel hat.
Nasses Gras ist rutschiger als jede Hallenmatte
Morgentau, ein Rasensprenger oder ein kurzer Schauer reichen, und die Oberfläche Ihrer Airtrack wird glatt. Was auf trockener Bahn ein sicherer Handstand ist, endet auf nasser Fläche schnell im Ausrutscher. Wischen Sie die Bahn deshalb vor dem Training kurz mit einem Handtuch ab und turnen Sie barfuß oder mit Gymnastikschuhen - nasse Socken sind draußen die schlechteste Wahl.
Planen Sie außerdem rundum etwa zwei Meter freie Fläche ein. Drinnen begrenzt das Zimmer die Übungen automatisch, draußen verleitet der Platz zu größeren Sprüngen - da sollte weder ein Beetrand noch eine Schaukel im Weg stehen. Und wie in der Halle gilt: Kinder turnen mit Aufsicht. Nach dem Training wartet dann der Teil, der über die Lebensdauer Ihrer Airtrack entscheidet.
So bleibt Ihre Airtrack sauber und dicht
Grasreste, Erde und Insekten gehören nach jedem Gartentraining von der Bahn. Kehren oder wischen Sie die Oberfläche kurz ab; bei sichtbarem Schmutz reichen lauwarmes Wasser und milde Seife. Wichtig ist, was danach kommt: Die Bahn muss komplett trocken sein, bevor Sie sie zusammenfalten. Restfeuchte im gefalteten Material ist die häufigste Ursache für Stockflecken und Schimmel.
Kontrollieren Sie beim Einpacken auch kurz Ventile und Nähte - draußen landet schneller ein Grashalm im Ventil, als man denkt. Wie Sie die Bahn in unter einer Minute luftleer und kompakt verstaut bekommen, zeigen wir im Beitrag Aufbau und Abbau Ihrer Airtrack. Bleibt eine letzte Frage, die uns im Sommer am häufigsten erreicht.
Kann die Airtrack über Nacht draußen bleiben?
Besser nicht. Über Nacht legt sich Tau auf die Bahn, die Temperatur fällt, der Druck sinkt, und am Morgen liegt ein feuchtes, schlaffes Sportgerät im Gras. Passiert das regelmäßig, arbeiten Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen an Nähten und Oberfläche, ohne dass Sie es sofort sehen. Der Aufwand, den Sie sich durch das Draußenlassen sparen, ist ohnehin klein: Mit einer elektrischen Pumpe ist eine drei Meter lange H10-Bahn in rund 25 Sekunden wieder aufgepumpt.
Mit dem richtigen Platz, einem kurzen Blick auf den Luftdruck und fünf Minuten Pflege nach dem Training ist der Garten im Sommer der beste Trainingsort, den Sie finden können: mehr Platz, weichere Umgebung und Bewegung an der frischen Luft. Und wenn die Tage im Herbst kürzer werden, zieht Ihre Airtrack einfach wieder ins Haus - wie Sie sie sauber und sicher einlagern, lesen Sie in der Wintervorbereitung für Ihre Airtrack.